
Die Auswirkungen der Senkung der Registrierungsgebühren von 12,5 % auf 3 % in der Wallonie ließen nicht lange auf sich warten. Während die Zahl der notariellen Kaufakte landesweit in den ersten neun Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 % gestiegen ist, legte die Wallonische Region sogar um 17,2 % zu, wie aus dem Notariatsbarometer für das dritte Quartal hervorgeht. Flandern belegt mit einem Zuwachs von 15 % den zweiten Platz, wobei auch dort die Registrierungsgebühren leicht – von 3 % auf 2 % – zum 1. Januar gesenkt wurden. In Brüssel, wo aufgrund der ausstehenden Regierungsbildung seit den Wahlen im Juni 2024 Stillstand herrscht, nahm die Zahl der Kaufakte immerhin um 8,6 % zu.
Der wallonische Immobilienmarkt ist der dynamischste
Da die Erholung im ganzen Land spürbar ist, „kann man sie also nicht ausschließlich auf die Reform der Registrierungsgebühren zurückführen“, analysiert Notarin Sophie Maquet. „Die Hypothekenzinsen liegen derzeit zwischen 3 und 4 %. Kaufinteressenten scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass sie nicht mehr auf 1 % sinken werden – also gibt es keinen Grund, einen Kauf weiter aufzuschieben.“
Am dynamischsten zeigt sich der Markt in den Provinzen Wallonisch-Brabant, wo die Verkäufe um mehr als 25 % zunahmen, und Luxemburg (+21 %).
Der Trend ist jedoch allgemein: Auch in Lüttich (+17 %), Namur (+16 %) und Hennegau (+14 %) wurden mehr Kaufakte unterzeichnet.
Häuser 5 % teurer
Der durchschnittliche Preis eines Hauses in Belgien stieg in den ersten drei Quartalen um 5 % auf 346.218 Euro. Der Anstieg bei Wohnungen fiel mit +1,7 % geringer aus.
Auch hier ist es die Wallonie, die die Zahlen in die Höhe treibt, denn der Durchschnittspreis ist um 12,9 % auf 269.551 Euro für Häuser und um 5,8 % für Wohnungen (209.952 Euro) gestiegen. In Brüssel fällt der Anstieg zurückhaltender aus, mit 1,2 % für Häuser (577.108 Euro) und 2,3 % für Wohnungen (297.411 Euro).
„Der Preisanstieg verlangsamt sich in der Wallonie etwas“, relativiert Sophie Maquet. Tatsächlich hatte er im ersten Quartal noch 17,8 % und im ersten Halbjahr 13,4 % betragen. „Man sieht, dass die Reform eine Dynamik ausgelöst hat, die der Bieterrunde während der Covid-Zeit ähnelt. Doch das Phänomen scheint sich nun abzuschwächen.“
Nach Provinzen betrachtet:
Die Preise stiegen am stärksten in der Provinz Luxemburg (+14,8 % auf 296.935 Euro), gefolgt von Lüttich (+12,3 % auf 260.941 Euro) und Namur (+10,7 % auf 271.844 Euro). Danach folgen Hennegau (+10,1 % auf 216.449 Euro) und Wallonisch-Brabant (+7,1 % auf 446.799 Euro).




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